Ein vermutlich kurzes Telefonat zwischen zwei echten Buddies (Trump und Infantino) hat das größte Sportereignis der Welt auf das Level der Käfigkämpfe zu Trumps Geburtstag zurückgestutzt. Nach der roten Karte des US-Stürmers Folarin Balogun gegen Bosnien-Herzegowina ist der Spieler (eigentlich) automatisch für das nächste Spiel gesperrt. Es sei denn er heisst Cristiano Ronaldo oder eine Intervention von ganz oben erweist sich als hilfreich.
Für die Möglichkeit reine Willkürurteile zu fällen, hat die FIFA sich sogar einen eigenen Paragraphen Art. 27 in ihr Regelbuch geschrieben. Die Organisation ist durch und durch korrupt, aber regelkonform in der Exekution der Urteile ihrer Disziplinarkommission!
Überhaupt wird die nette Geste von Infantino gegenüber Trump aus Sicht der FIFA unverständlicherweise von Prinzipienreitern nun unnötig hochgehängt. Wer ist Folarin Balogun? Ein kleiner Niemand vor den großen Vier dieser WM Messi, Mbappé, Kane, Haarland. Ausser den Belgiern kriegt doch eh niemand mit, wer nun den Sturm der USA bildet.
Eine Petitesse, die von Trumpgegnern nun zum Prüfstein für das Fair Play gemacht wird. Vielleicht schießt Bagolun gegen die Belgier tatsächlich ein Tor. Vielleicht fliegt Belgien gegen die USA aus dem Turnier. Belgien, na und!! Die großen Vier oder Spanien sind von ganz anderem Kaliber. Deutschland und Brasilien haben ohne Bagolun den Rückflug angetreten.
Und ist die WM nicht viel schöner, wenn Trump gute Laune hat? Vielleicht würde ihm auch für das Fußballstadion die Käfigästhetik gefallen. Muss doch möglich sein, ein sagen wir mal 10 Meter hohes Gitter um die Seitenlinie hochzuziehen. Und als Wachmannschaft seine ICE-Truppe drumherum gruppieren. Da gibt es noch unausgeschöpftes Potenzial für die Entwicklung eines Scoccer im Trump-Style.
Doch der Fortschritt ist eine Schnecke und der europäisch-südamerikanische Fußballfan hat sich bisher sein Glaube an einen halbwegs kontrollierten Wettbewerb bewahrt. Wir lernten nun einen Potentaten kennen, der schamlos und demonstrativ seine Korruptheit inszeniert, wie noch nie jemand vor ihm. Er fängt einen Krieg an, weil sein Kumpel eine gute Chance sieht die Führungsspitze des anzugreifenden Landes zu eliminieren. Was danach kommt,… äh das wird schon, wir sind doch die Größten. Jetzt wird eine kleine Manipulation angestoßen, der Mann hat gerade über die Milliarden berichtet, die er von Kryptogläubigen in seine Privatschatulle eingesammelt hat und jetzt soll ein Miniwunsch auf einmal ein Verbrechen sein?
Trump steht für tausende Tote eines Krieges, der keinen Sinn machte. Trump steht für eine nie für möglich gehaltene Bereicherung auf Kosten kleiner Leute und der Korruption seiner Milliardärsfreunde. Schlimm. Schlimm. Aber er hat den guten Glaube an den sportlichen Wettbewerb von Fußballfans demoliert. Das ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt…